Degressive-Abschreibung

Die Bundesregierung hat umfangreiche Konjunkturmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise beschlossen, darunter ist auch die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung für bewegliches Anlagevermögen für die Jahre 2020 und 2021 vorgesehen. Durch die Einführung der degressiven Abschreibung sollen zusätzliche Investitionsanreize gesetzt werden.

Was ist die degressive Abschreibung?

Bei der degressiven Abschreibung hängt die Höhe des Abschreibungssatzes von der linearen Abschreibung ab. Der Abschreibungsprozentsatz der degressiven Abschreibung bleibt über die gesamte Zeit gleich, absolut wird die Abschreibung von Jahr zu Jahr geringer. Dies kommt dadurch zustande, dass sich die degressive Abschreibung auf den Restbuchwert des Vorjahres bezieht. Im letzten Jahr der Nutzungsdauer (betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer laut AfA-Tabelle) ist der Restbuchwert, bis auf einen Erinnerungswert von 1€ voll abzuschreiben.

Der degressive Abschreibungssatz für abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter die im Zeitraum vom 01.01.2020 – 31.12.2021 angeschafft werden beträgt das 2,5-fache der linearen Abschreibung, jedoch maximal 25% pro Jahr.

Beispiel: Anschaffung Maschine in 2020 für 100.000€ (in diesem Beispiel wird der IAB und die Sonder-AfA nicht berücksichtigt). Abschreibung auf 10 Jahre, dies entspricht bei linearer Abschreibung 20% pro Jahr.

 

Buchwert zum 1. Januar des Geschäftsjahres 100.000 90.000 80.000 70.000 60.000 ... 10.000
Abschreibung im Geschäftsjahr 10.000 10.000 10.000 10.000 10.000 ... 10.000
Buchwert zum 31. Dezember des Geschäftsjahrs 90.000 80.000 70.000 60.000 50.000 ... 1,00
Buchwert zum 1. Januar des Geschäftsjahres 100.000 75.000 56.250 42.187,50 31.640,63 ... 4.449
Abschreibung im Geschäftsjahr 25.000 18.750 14.062,50 10.546,87 7.910,16 ... 4.449
Buchwert zum 31. Dezember des Geschäftsjahrs 75.000 56.250 42.187,50 31.640,63 23.730,47 ... 1,00

Bei der degressiven Abschreibung wird in diesem Beispiel im Jahr 2020 15.000€ mehr abgeschrieben im Vergleich zur linearen Abschreibung. Auch in den Jahren 2021-2023 ist die Abschreibung bei der degressiven Variante höher. Ab dem Jahr 2024 wird mit der linearen Abschreibung mehr abgeschrieben.

Wann macht die degressive Abschreibung Sinn?

In 2020 und 2021 kann zwischen der linearen und degressiven Abschreibung gewählt werden. Die degressive Abschreibung führt im Vergleich zur linearen Abschreibung zu höheren Abschreibungsbeträgen in den ersten Jahren.

Es macht zum Beispiel Sinn die degressive Abschreibung zu wählen, wenn man aktuell im Spitzensteuersatz ist und in den nächsten Jahren in den Ruhestand geht, wodurch der Steuersatz sinkt. Hier entsteht ein echtes Steuersparmodell. Auch bei einer Betriebsaufgabe (§16/34 EStG), zur Schaffung von Liquidität oder zur Hebung von stillen Reserven kann die degressive Abschreibung sinnvoll sein.

Wann macht die degressive Abschreibung keinen Sinn?

Die degressive Abschreibung macht keinen Sinn, wenn man sich aktuell noch nicht im Spitzensteuersatz befindet und mit Einkommenssteigerungen in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Hier würde ein Steuervernichtungsmodell entstehen. Du merkst also, es kommt drauf an.

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